Osteopathie

Erfahren Sie hier mehr über das ganzheitliche manuelle Untersuchungs- und Behandlungssystem namens Osteopathie, dass sich ausschließlich auf die intuitiven Hände des Behandlers und sein umfassendes Wissen verlässt, um die Selbstheilung des Patienten anzubahnen.

Die Osteopathie ist eine noch junge Disziplin der Medizin, die ausschließlich mit den Händen durchgeführt wird. Ziel der osteopathischen Behandlung ist es, durch gezielte manuelle Reize Regulationsprozesse des Patienten anzustoßen und damit seine Selbstheilung anzuregen.

Die Osteopathie baut heute auf drei Säulen: die parietale Osteopathie schwebt den meisten Patienten vor wenn Sie an die Osteopathie denken, denn es handelt sich um die strukturelle Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. In der parietalen Osteopathie werden vor allem Gelenke und die in funktioneller Verbindung zum Gelenk stehenden Gewebe wie Muskeln oder Faszien (Sehnen, Bänder) manipuliert, aber auch neurologische Einflüsse aus den anderen Systemen des Körpers können Gelenke stören. Hier wären vor allem Organfunktionsstörungen zu nennen, die sich über die neurologischen Bahnen auf die Beweglichkeit der Wirbelsäule auswirken (viszerosomatische Afferenzen). Die viszerale Osteopathie behandelt eben diese Dysfunktionen innerer Organe. Die craniosakrale Osteopathie hingegen widmet sich den Geweben, die vom Schädel (Neurokranium) und der Wirbelsäule bis hin zum Kreuzbein (Sakrum) umschlossen werden, dem zentralen Nervensystem also, mit all seinen Stütz- und Hüllorganen und den dazugehörigen Gefäßen und Flüssigkeiten.

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Osteopathen verfügen über ein außergewöhnliches Maß an anatomischen Kenntnissen und hervorragend geschulte Hände. Um diese Qualität erlangen zu können, ist jahrelanges professionelles Training vonnöten, daher dauern osteopathische Ausbildungen i.d.R. mindestens vier, häufiger aber sogar fünf Jahre. Sie schließen heutzutage mit gängigen akademischen Titeln (Bachelor- und Masterabschlüsse) oder mit dem älteren Titel Osteopath D.O. (diplomierter Osteopath oder Diplom-Osteopath).

Die Osteopathie wird von privaten Krankenkassen im Rahmen einer heilpraktischen Behandlung über die Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH) getragen, aber auch etliche gesetzliche Krankenkassen (GKV) haben die Osteopathie in ihren Leistungskatalog als außerordentliche Leistung bzw. freiwillige Gesundheitsdienstleistung aufgenommen. Ob Ihre gesetzliche Krankenkasse diese Leistungen auch gewährt, können Sie  hier nachvollziehen: Osteokompass – das Portal um die Osteopathie. 

Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer Krankenkasse welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um in den Genuss einer Erstattung zu kommen. Bei den meisten GKV benötigen Sie eine Verordnung zur Durchführung der osteopathischen Therapie durch einen behandelnden Arzt. Bitte beachten Sie: Diese Verordnung muss uns vor der Durchführung der osteopathischen Therapie vorliegen, damit eine Erstattung erfolgen kann.

 

 

Wenn Sie noch mehr über die Osteopathie erfahren wollen, hören Sie gerne in die Podcast-Episode Nr. 45 des Gesundheitsbloggers Dr. Stefan Polten. In dieser Episode seines Blogs Gesundheit to go interviewt Dr. Polten Alexander Mallok zum Thema Osteopathie. Hier hören Sie das komplette Interview:

Fasziendistorsionsmodell – FDM

Das Fasziendistorsionsmodell, kurz FDM, ist ein von dem amerikanischen Notfallmediziner und Osteopathen Stephen Typaldos D.O. begründetes geschlossenes Diagnose- und Behandlungssystem für Schmerzen am Bewegungsapparat

Viele Schmerzpatienten profitieren von einer Behandlung ihrer faszialen Gewebe. Faszien sind die Bindegewebe des Körpers – sie umhüllen, stützen und ernähren alle anderen Gewebe und haben darüber hinaus noch andere wichtige Aufgaben, z.B. als Speicherorgan für Stoffwechselprodukte, als Ort der Synthese bestimmter hormonähnlicher Substanzen, als Sitz der freien Nervenendigungen – um nur einige zu nennen.

Stephen Typaldos D.O., ein amerikanischer Osteopath und Notfallmediziner, hat ein Diagnose und Behandlungssystem erforscht, mit dem sechs große Gruppen von Faszien behandelt werden können. Interessanterweise werden alle schmerzhaften Erkrankungszustände des Menschen mit bestimmten Körpergesten beschrieben, unabhängig von der kulturellen bzw. sprachlichen Erziehung des Menschen. Diese – unbewussten – Gesten dienen innerhalb des FDM zur Diagnose der faszialen Problematik des Patienten. Zusammen mit einigen Keywords wird die Diagnose der betroffenen Faszie anhand der im wahrsten Wortsinne gezeigten Schmerzgestik festgemacht.

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Für jeden der sechs Faszientypen gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Diese sind oft manualtherapeutischer Natur, werden also mit den Händen durchgeführt, weswegen in Ausbildungskursen zum FDM oft von TMT gesprochen wird: „Typaldos Manual Therapy“. Es kommen aber auch immer wieder Hilfsmittel zum Einsatz, die eine effektive Therapie der Faszie erst möglich machen.

 

 

Wenn Sie mehr über die Faszientherapie mit dem FDM in Erfahrung bringen wollen, lesen Sie bitte was der offizielle Dachverband der FDM-Therapeuten schreibt: hier klicken zur Seite der EFDMA

Chiropraktik

Die moderne Chiropraktik ist bei sachkundiger Anwendung eine sichere und effektive Therapiemethode, um Blockaden des Bewegungsapparates und vor allem der Wirbelsäule nachhaltig zu behandeln.

Ähnlich wie die Osteopathie ist die Chiropraktik ein holistisches manuelles Therapieverfahren. „Chiron“ ist griechisch und heißt „Hand“, während das Wort „Praktik“ mit „Tun“ übersetzt werden kann. „Chiropraktik“ kann man somit übersetzen als „mit der Hand getan“ – und hiermit geht es im Wesentlichen, denn ein Chiropraktiker löst Blockaden des Bewegungsapparates und vornehmlich der Wirbelsäule mit seinen geschulten Händen.

Die Chiropraktik im ursprünglichen Sinne hat dabei die Idee entwickelt, dass eine Störung der Wirbelsäule („Subluxation“) den „Fluss der Nerven“ zu den inneren Organen hemmt. Heute wissen wir, dass es über das vegetative Nervensystem und insbesondere den Sympathikus (dieser koordiniert Flucht- und Kampfreflexe) tatsächlich zu efferenten Störungen und somit zur verminderten Durchblutung von Organen kommen kann. Folglich stellen Wirbelblockaden oder Subluxationen möglicherweise tatsächlich einen Risikofaktor im multifaktoriellen und oft degenerativen Geschehen vieler innerer Erkrankungen da.

Es gibt unterschiedliche Chiropraktische Techniken, und insbesondere die amerikanische „Chiropractic“ hat viele Hilfsmittel ersonnen, um Manipulationen für Patienten und Therapeuten einfacher zu gestalten. Die meisten Patienten verbinden mit der klassischen Chiropraktik aber immer noch das sog. „Einrenken“, also die von Hand durchgeführte Manipulation der Wirbelsäule, bei der das Lösen der Blockade von einem vernehmlichen Geräusch („Gelenkknacken“) begleitet wird.

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Heute wissen wir, dass bei dieser Manipulationsmethode nicht wirklich ein Knochen hin- und hergeschoben wird, sondern lediglich die Gelenkflächen zwischen zwei Wirbeln sehr schnell auseinandergezogen werden, wodurch sich ein im Gelenkspalt bestehender Unterdruck löst und das bekannte Geräusch erzeugt. Die oft positiven Effekte dieser Manipulationsmethode liegen dann vor allem in der schlagartigen Wiederherstellung der Gelenkbeweglichkeit, wodurch sich zuvor erregte neurologische Regelkreise eben des angesprochenen unwillkürlichen Nervensystems augenblicklich wieder „beruhigen“.

Aller Unkenrufe und Gerüchte zum Trotz ist die Chiropraktik bei sachgemäßer Anwendung und kundiger Hand nicht nur weitestgehend ungefährlich, sondern dank des möglichen Verzichts auf chemisch-allopathische Schmerzmittel auch eine Methode, die ungewünschte Medikamentennebenwirkungen reduzieren kann. Nicht umsonst lernen nicht nur Chiropraktoren (Studierende der Chiropractic) sondern auch weitestgehend alle Osteopathen sogenannte Manipulations-, HVLA oder chiropraktische Techniken.

 

Applied Kinesiology

Die Applied Kinesiology (Kurzform: AK) ist die ursprüngliche und sehr komplexe Form der funktionellen Testung von Muskeln zur Untersuchung ihrer Stärkeänderung durch Reize diagnostischer oder therapeutischer Natur.

Die Applied Kinesiology ist ihrem Selbstverständnis nach eine „hauptsächlich diagnostische Methode, mit der durch Testung einzelner Muskeln und ihrer Stärkeänderung durch Reize und therapeutische Maßnahmen verschiedenster Art Aussagen über funktionelle Zusammenhänge bzw. Störungen möglich ist.“

Diese originäre und sehr komplexe Form der Kinesiologie hat sich in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts durch das Wirken des amerikanischen Doctors of Chiropractic Dr. George J Goodheart Jr entwickelt. Dr Goodhearts Leistung besteht laut eigener Aussage darin, in der AK „ein interdisziplinäres Verfahren begründet zu haben, das die wichtigsten Elemente der komplementären Therapieverfahren zusammenführt“.

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So werden in einer AK-Sitzung neben klassischen chiropraktischen Untersuchungs- und Behandlungstechniken zur Behandlung der Struktur auch biochemische und psychische Faktoren innerhalb des Krankheitsgeschehens des Patienten aufgedeckt und mit entsprechenden positiven Reizen therapiert.

 

 

Dabei kann es sich um Mithilfe des Muskeltests ausgetestete homöopathische oder pflanzenheilkundliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel handeln, aber auch um bestimmte zu nadelnde Akupunkturpunkte oder zu massierende Reflexpunkte. Durch ihre grundlegende Methodenneutralität ist die AK ein optimales Verfahren für den gebildeten ganzheitlichen Therapeuten, der in vielen Bereichen der Heilkunde Zuhause ist.